Konflikte

Die Marktsituation mit den schwankenden Garnelen-Preisen macht den Krabbenfischern stark zu schaffen. Die größten Konflikte gibt es allerdings zwischen der Fischerei und dem Naturschutz. Besonders seit der Einrichtung des Nationalpark Wattenmeer kritisieren Naturschützer die Fangmethoden sowie vereinzelt die grundsätzliche Nutzung.

 

Laut Nationalparkgesetz sollen die Flächen in einem überwiegenden Teil nutzungsfrei sein. Bis auf wenige Ausnahmen wird im gesamten Nationalpark Krabbenfischerei betrieben. Das ist der grundlegende Konflikt zwischen Naturschutz und Krabbenfischerei.

 

Streit gibt es zudem über die Frage, welchen Einfluss die Schleppnetze der Krabbenfischer auf die Organismen auf dem Wattboden haben. Durch die Einführung von Rollen an den Baumkurren versuchen die Fischer den Wattboden so wenig wie möglich zu schädigen. Naturschützer sind sich jedoch sicher, dass vor allem sensible Organismen wie Seeanemonen, Polypenstöcke und Algen sehr stark geschädigt werden. Wissenschaftler glauben, dass die intensive Krabbenfischerei in der Vergangenheit zum Aussterben der Sandkorallen geführt hat.

 

Einen großen Konflikt stellt auch die Beifang-Thematik dar. Da die Nordseegarnele eine maximals Größe von 9,5 Zentimeter erreichen kann, werden sehr feinmaschige Netze benutzt. Die Folge ist unerwünschter Beifang von untermäßigen Garnelen und vielen jungen Speisefischen und Krebstieren, welche tot oder halbtot zurück ins Meer gelangen. Die Menge des Beifangs variiert stark, kann aber durchaus neun Kilogramm an Meereslebewesen pro Kilogramm an Speisekrabben ausmachen.

Quellen und Links:

Stand: 11.04.2013