Marktsituation

Die Krabbenfischer im Wattenmeer löschen ihren Fang in den wichtigen Krabbenfischereihäfen. Zwei große Handelsfirmen (Klaas Puhl, Heiploeg) und mehrere mittlere Betriebe sortieren, konservieren und verkaufen die Krabben hier weiter. Vor allem die größeren Krabben werden in die "bessere Gastronomie" in Deutschland und vor allem Frankreich verkauft und hier per Hand oder von einigen wenigen Krabbenpulmaschinen entschält. Der Großteil der Garnelen wird zum „Pulen“ nach Marokko gefahren und gelangt danach vor allem in den Verkauf bei Discountern.

 

Die meisten Fischer verkaufen ihre Krabben an die zwei Großhändler, die einen Marktanteil von über 80 Prozent besitzen und so den Preis für die Nordseegarnele diktieren können. Im Mai 2011 kam es zum Streik der Krabbenfischer. Der Krabbenpreis war so niedrig (1,27 € pro Kilogramm), dass sich der Fischfang nicht mehr lohnte. Die Großhändler verwiesen auf ein zu hohes Angebot an Garnelen durch hohe Bestände. In der Krabbenfischerei gibt es bislang keine Quotenregelung. Jeder Fischer kann über die Mengen, die er fischen möchte, selbst entscheiden. Nach dem vierwöchigen Streik wurde zwischen Landesregierung, Handel und Fischern ein vorläufiger Marktpreis von 2,50 € vereinbart. Im Jahr 2012 haben sich die Preise mit bis zu 4 € pro Kilogramm wieder stabilisiert. Als Reaktion auf den ungewöhnlich harten Preiskampf haben sich rund 120 schleswig-holsteinische und niedersächsische Krabbenfischer im Mai 2012 zu einer gemeinsamen Erzeugergemeinschaft (Sitz Cuxhaven) zusammengeschlossen.

 

Im Jahr 2013 gab es insgesamt zwar nur durchschnittliche Fangmengen, dennoch haben die deutschen Krabbenfischer laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 53,8 Millionen Euro eingenommen. Diese Rekorderlöse werden jedoch oft durch hohe Investitionen wieder aufgebraucht.

Quellen und Links

Stand: 11.04.2013